Die FWG Mainz teilt diese Zweifel und fordert von der Stadtverwaltung endlich eine ehrliche und faktenbasierte Bewertung der tatsächlichen Auswirkungen. Nach Auffassung der FWG wurden tiefgreifende Eingriffe in den Verkehrsfluss vorgenommen, ohne dass bislang belastbare Ergebnisse vorliegen, die den Nutzen dieser Maßnahmen eindeutig belegen.
„Die Menschen erleben täglich Staus, längere Fahrzeiten und neue Belastungen. Trotzdem wird die Verkehrspolitik der Stadt häufig als Erfolg dargestellt. Wir wollen endlich Fakten statt Wunschdenken und Ideologie“, erklärt Erwin Stufler, Stadtratsmitglied.
Die FWG wird deshalb eine umfassende Anfrage an die Verwaltung richten. Ziel ist es, offenzulegen, welche Folgen die jüngsten Veränderungen tatsächlich für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer haben.
Dabei sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie haben sich Verkehrsaufkommen und Verkehrsfluss in der Binger Straße, der Großen Bleiche und der Kaiserstraße im Vergleich zur Situation vor der Einführung des Modalfilters und vor dem Umbau der Binger Straße entwickelt?
- Haben sich Stauzeiten, Fahrzeiten und Wartezeiten reduziert oder sind sie sogar gestiegen?
- Welche Folgen ergeben sich für Autofahrer, Busfahrgäste, Radfahrer, Fußgänger und Rettungsdienste?
- Welche zusätzlichen Belastungen sind in angrenzenden Wohngebieten und auf Ausweichrouten entstanden?
- Wie bewerten Anwohner und Gewerbetreibende die Auswirkungen der Maßnahmen?
Besonders kritisch bewertet die FWG Mainz die neue Straßenbahnhaltestelle in der Binger Straße. Aus Sicht der FWG wurde ausgerechnet in einer der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachsen eine Haltestelle geschaffen, die bei jedem Halt den gesamten Verkehr ausbremst.
„Es muss die Frage erlaubt sein, warum eine neue Haltestelle ausgerechnet in einer bereits hoch belasteten Straße eingerichtet wurde und nicht an einem Standort, der weniger gravierende Auswirkungen auf den Verkehrsfluss verursacht. Wer den Verkehr bewusst an einer zentralen Hauptverkehrsachse stoppt, muss den Bürgern nachvollziehbar erklären können, warum dies notwendig ist und welchen Nutzen es bringt“, erklärt Gerhard Wenderoth von der FWG Mainz.

Die FWG kritisiert, dass die Stadt bei vielen Verkehrsprojekten zunächst Tatsachen schafft und die tatsächlichen Auswirkungen erst danach bewertet. Eine moderne Verkehrspolitik müsse jedoch auf nachvollziehbaren Daten, transparenten Prognosen und überprüfbaren Ergebnissen beruhen.
„Wenn sich herausstellt, dass die Maßnahmen mehr Probleme verursachen als lösen, dann muss die Stadt auch den Mut haben, Fehler einzugestehen und Entscheidungen zu korrigieren. Ideologische Scheuklappen helfen niemandem weiter“, so Stufler.
Die FWG Mainz fordert daher eine unabhängige, ergebnisoffene und transparente Untersuchung der Verkehrssituation sowie die vollständige Veröffentlichung aller erhobenen Daten und Bewertungen.
Mobilität darf nicht zum Experiment werden. Die Bürger haben Anspruch auf eine Verkehrspolitik, die funktioniert und den Menschen dient, anstatt künstlich neue Engpässe und Belastungen zu erzeugen. Nur auf Grundlage objektiver Fakten kann beurteilt werden, ob die aktuellen Maßnahmen ein Erfolg sind oder korrigiert werden müssen.
