FREIE WÄHLER Mainz fordern Aufklärung nach Oktoberfest-Absage

Kurzfristige Absage wirft Fragen zum Verwaltungshandeln auf

Die Freie Wähler Gemeinschaft Mainz zeigt sich enttäuscht über die endgültige Absage des Mainzer Oktoberfestes 2026. Leidtragende sind tausende Besucher, Schausteller, Dienstleister, Hotels sowie der Veranstalter selbst. Der wirtschaftliche Schaden ist erheblich.

„Sicherheit, Brandschutz und Standsicherheit haben uneingeschränkt Vorrang. Daran darf es keine Kompromisse geben. Dennoch müssen die Verantwortlichen erklären, warum eine Veranstaltung dieser Größenordnung erst wenige Tage vor Beginn endgültig gestoppt wird“, erklärt Gerhard Wenderoth

Mainzer Oktoberfest

Besonders kritisch sieht die Freie Wähler Gemeinschaft die offene Frage nach dem Genehmigungsstatus des Festzeltes. Nach Angaben der Stadt verfügte das Zelt seit dem Jahr 2017 über keine reguläre Baugenehmigung mehr. Dennoch konnte das Oktoberfest in den vergangenen Jahren regelmäßig stattfinden.

„Die Bürger haben Anspruch auf eine nachvollziehbare Erklärung. Wenn die Genehmigungssituation bereits seit Jahren bekannt war, stellt sich die Frage, weshalb das Problem nicht deutlich früher gelöst wurde. Falls die jährlichen Nutzungen rechtlich zulässig waren, muss die Verwaltung erläutern, was sich 2026 konkret geändert hat.“

Die Freie Wähler Gemeinschaft nimmt zur Kenntnis, dass sowohl die Stadt Mainz als auch das Verwaltungsgericht Mainz die Auffassung vertreten, dass es sich bei dem Festzelt nicht um einen sogenannten „fliegenden Bau“, sondern um eine dauerhaft genutzte Versammlungsstätte handelt. Zudem wurden fehlende Nachweise zum Brandschutz und zur Standsicherheit beanstandet.

Gleichzeitig bleibt festzustellen, dass die Diskussion über die Genehmigungsfähigkeit offenbar nicht erst seit wenigen Wochen geführt wurde. Nach Angaben der Stadt fanden bereits seit längerer Zeit Gespräche mit dem Betreiber statt und fehlende Unterlagen wurden mehrfach angemahnt.

„Gerade deshalb ist die späte Entscheidung für viele Menschen nicht nachvollziehbar. Eine moderne Verwaltung muss Risiken frühzeitig erkennen, Fristen setzen und gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen entwickeln. Eine Absage wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn darf nicht der Normalfall werden.“

Die Freie Wähler Gemeinschaft Mainz fordert deshalb eine umfassende Aufarbeitung der Vorgänge im zuständigen Ausschuss. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen geklärt werden:

  • Auf welcher Rechtsgrundlage wurde die Nutzung des Festzeltes seit 2017 ermöglicht? [
  • Welche Genehmigungen, Duldungen oder Ausnahmen wurden in den vergangenen Jahren erteilt?
  • Welche konkreten Mängel führten 2026 zur Untersagung?
  • Wann wurde der Veranstalter erstmals verbindlich über die drohende Nichtgenehmigung informiert?

„Die Mainzerinnen und Mainzer haben Anspruch auf Sicherheit, aber auch auf Transparenz, Verlässlichkeit und eine Verwaltung, die Probleme rechtzeitig löst. Die offenen Fragen müssen jetzt vollständig aufgearbeitet werden.“ so Gerhard Wenderoth


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